Das Schulsystem in Burkina Faso
Das Schulsystem in Burkina Faso ist nach französischem Vorbild aufgebaut. Die Grundschule dauert sechs Jahre und endet mit der Prüfung zum CEP-Zertifikat, das Voraussetzung für den Besuch einer weiterführenden Schule ist. Nach vier weiteren Jahren – also in der 10. Klasse – folgt die Prüfung zur Mittleren Reife, dem BEPC. Nach insgesamt sieben Jahren weiterführender Schule, also in der
13. Klasse, kann das Abitur, das Baccalauréat, abgelegt werden.
Chancengleichheit und Gesundheit durch Bildung steigern
Da der Schulbesuch in Burkina Faso mit hohen Kosten verbunden ist, bleibt vielen Kindern der Zugang zu Bildung weiterhin verwehrt. Besonders betroffen sind Mädchen. Wenn eine Familie über begrenzte finanzielle Mittel verfügt, wird meist zuerst ein Junge für die Schule ausgewählt. Mädchen hingegen werden häufig für Haus- und Feldarbeit eingesetzt – obwohl gerade für sie eine schulische Ausbildung von entscheidender Bedeutung ist. Gelingt es einem Mädchen, durch Bildung eine bezahlte Arbeit zu finden, wächst ihr gesellschaftliches Ansehen, denn sie kann sich selbst versorgen und ihre Familie unterstützen.
Neues Schulmodell verbessert das Lernen
Die Amtssprache in Burkina Faso ist Französisch, und sie dient zugleich als Unterrichtssprache in den Schulen. Vor allem in ländlichen Regionen, aber auch in städtischen Gebieten, beherrschen viele ältere Menschen diese Sprache kaum. Stattdessen sind die verschiedenen Stammessprachen weiterhin weit verbreitet und prägen den Alltag.
Für viele Kinder bedeutet die Einschulung daher nicht nur den Einstieg in den schulischen Lernstoff, sondern zugleich das Erlernen einer ihnen bislang fremden Sprache.
Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, wurden in den letzten Jahren Schulen eingerichtet, in denen der Unterricht in den ersten beiden Grundschuljahren in der jeweiligen lokalen Sprache erfolgt. In der Region um Koudougou ist dies die Sprache der Bevölkerungsgruppe der Mossi: Mòoré. Die Kinder werden dabei schrittweise an die französische Sprache herangeführt. Ab der dritten Klasse findet der Unterricht ausschließlich auf Französisch statt. Erste Erfahrungen mit diesem zweisprachigen Schulmodell zeigen, dass die Kinder schneller und nachhaltiger lernen und seltener die Schule abbrechen.
